Veröffentlicht im Amtsblatt 27.03.2020

„Die Fridays-for-Future-Generation feiert Corona-Partys und riskiert damit Menschenleben“, solche und ähnliche Schuldzuweisungen waren in den letzten Tagen vielfach in den sozialen Medien zu lesen. Vorab: Auch wir kritisieren die Menschen, die leichtsinnig in großen Gruppen unterwegs waren und somit Menschen gefährdeten. Jedoch sollte hier nicht ein Generationenkonflikt herbeigeredet werden. Zunächst gilt es festzustellen, dass die sogenannten „Corona-Partys“ absolut nichts mit der politischen Bewegung „Fridays-for-Future“ zu tun haben. Im Gegenteil: Viele Aktivist*innen haben schon früh zur Reduzierung von Sozialkontakten aufgerufen. Die „Corona-Partys“ als Ventil für die Diskreditierung der Klimabewegung zu nutzen ist schäbig. Leichtsinniges Verhalten war in verschiedensten Altersklassen und Bevölkerungsschichten zu beobachten. Viele, auch wir, waren überrascht von der schnellen Zuspitzung der Lage. Wer hätte Ende Februar erwartet, dass wir unser öffentliches Leben heute so herunterfahren müssen? Mittlerweile zeigt sich aber, dass sich nahezu alle an die gebotenen Regeln halten, um möglichst schnell wieder zu einem Normalzustand zurückkehren zu können.

Gute Übersicht über offene Geschäfte und Gastro in der Region: https://www.netzwerk-suedbaden.de/jetzt-regional-einkaufen/

Der Umgang mit der aktuellen Lage ist eine generationenübergreifende Herausforderung. Schon früh zeigte sich eine ungeahnte Solidarität zwischen Menschen verschiedenen Alters. Junge Menschen haben vielfältige Hilfsangebote wie Einkaufsdienste für Senior*innen organisiert, ältere Menschen nähen Mundschutze. Auch die oft geschmähten Fußball-Ultra-Gruppen zeigten mit Plakaten stadtweit ihre Solidarität mit den arbeitenden Held*innen in den Gesundheitsberufen. Diese Solidarität ist es, was wir für die Zukunft aus dieser Krise mitnehmen müssen.Solidarität zeigen kann man aktuell auch mit Künstler*innen, Veranstalter*innen und dem lokalen Einzelhandel. Viele Kulturschaffende rufen zu Spenden oder dem Kauf von Gutscheinen auf und bieten dafür beispielsweise kostenlose Videokonzerte. Der Einzelhandel und die lokale Gastronomie haben Lieferdienste organisiert, die auch jetzt eine Versorgung mit lokalen Waren gewährleisten. Statt jetzt massig auf Amazon einzukaufen, kann man auch die lokalen Geschäfte unterstützen, damit auch diese gut durch die Krise kommen.